Entlang der Gardenroute von East London über Port Elizabeth, Somerset/West bis Stellenbosch

Die Fahrt zurück nach Südafrika über den Qatcha’s Nek Pass hätte - bei gutem Wetter - auch eine tolle sein können. Bis kurz vor dem Pass sieht alles ganz super aus, aber kaum haben wir den Gipfel erreicht, empfängt uns die südafrikanische Seite mit Regen und Nebel. Da sind selbst die Rinder schlecht gelaunt und stoppen uns erst mal mitten auf der Straße.

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Wir fahren durch die Transkei mit ihren typisch bunten Häuschen und viel Land - hier wohnen hauptsächlich Schwarze. Wir kommen bis Maclear - einer Stadt irgendwo in der Pampa. Wir fragen im Country Club nach, ob wir dort übernachten können und werden freundlich empfangen. Da wir keine Lust auf Kochen im Matsch haben, nehmen wir das Steak- und Pizza-Angebot des Club-Restaurants sowie die heisse Dusche dort gerne in Anspruch. Die Club-Mitglieder sind alle in die Samstag abend Rugby-Übertragung vertieft, aber trotzdem werden wir nett begrüßt und erleben einen lustigen Abend.

Coffee-Bay

Über holprige Straßen und kleine Dörfchen führt uns der Weg nach Coffee Bay, einem verträumten Örtchen mit schönen kleinen Buchten. Bekannt ist der Ort für sein ‘Hole in the Wall’, das ein paar Kilometer weiter in Strandnähe zu bewundern ist. Das ‘Hole in the Wall’ ist ein Felsen, der mitten im Meer steht. Durch die Wucht der Brandung wurde mit der Zeit ein Loch in den Felsen gespült, das aussieht wie ein Tor. Dort schießt das Wasser dann mit solcher Wucht in Richtung Strand hindurch, dass es schon einige verrückte Schwimmer, die versucht haben, dort durch zu schwimmen, das Leben gekostet hat.

m_IMG_9154Blick auf Coffee Bay

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Wir treffen beim Campingplatz auf eine deutsche Familie, die uns schon nach dem 2. Satz ganz spontan zu sich nach Hause in East London einlädt, sollte uns der Weg dort vorbei führen. Da East London ganz sicher auf unserer Route liegt, sagen wir schon mal zu. Martin ‘schafft beim Daimler’ und die Glücklichen dürfen die nächsten 2 Jahre in dieser herrlichen Gegend verbringen.

Morgan’s Bay - East London

Bevor wir nach East London fahren, machen wir noch einen Zwischenstop in Morgan’s Bay. Leider ist die Hauptstraße recht weit von der Küste entfernt und es führen immer nur sehr schlecht ausgebaute Stichstraßen zu den schönen Buchten hier an der Ostküste. So ist es sehr schwierig, einfach mal nur schnell nach einer schönen Bucht zu schauen. Aber wir haben Glück - der Campingplatz in Morgan’s Bay liegt herrlich, wir sind fast die einzigen Gäste und stehen sogar direkt am herrlichen Sandstrand. Nach einem ausgiebigen Strandspaziergang am brechen wir am Spätnächmittag auf nach East London, um unsere Coffee-Bay Bekannten Katrin und Martin mit ihren beiden Kindern Romy und Niklas zu besuchen.

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Wir werden herzlich empfangen, es gibt ein leckeres Braai und wir unterhalten uns sehr nett bis in den späten Abend hinein. Ben ist begeistert von Niklas’ tollen Spielsachen und hat endlich mal wieder einen deutschen Spielkameraden. Wir bekommen das luxuriöse Gästezimmer mit 2 riesigen Betten zum Übernachten angeboten, was meine beiden Jungs sofort strahlend annehmen! Katrin verwöhnt uns am nächsten Morgen noch mit einem leckeren Frühstück und wir verabschieden uns in Richtung Port Elizabeth. Vielen Dank auch an dieser Stelle für diese tolle Gastfreundschaft!

Addo Elephant Park - Port Elizabeth

Da wir am 16.03. gerne in Somerset/West (also schon fast in Kapstadt) sein wollen, fahren wir momentan sehr lange Etappen. In Somerset/West findet eine Offroad Messe statt, die von einer der führenden Offroad/Outdoor-Zeitschriften in Südafrika organisiert wird. Dort wollen wir hin und sehen, was man an Ausstattung noch so brauchen könnte.

Von East London führt eine schöne Küstenstraße über Port Alfred zum Addo Elephant Park. Wir kommen am frühen Nachmittag  im Park an, und erleben es zum ersten Mal, dass der Campingplatz voll ist. Wir entschliessen uns aber trotzdem, einfach mal eine Runde vom nördlichen Zugangstor bei Mimosa bis zum südlichen Tor bei Colchester zu fahren und sehen auch einige Elefanten. Da der Park aber sehr buschig und dicht bewachsen ist, haben wir schon im Unimog Mühe, überhaupt einige der Dickhäuter zu entdecken.

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Gegen Abend fahren wir daher auch schon wieder aus dem Park heraus und landen auf einem Campingplatz etwas ausserhalb von Port Elizabeth am Copo Recife. Die lange Strandpromenade von Port Elizabeth sowie das Stadtbild gefallen uns sehr gut. Sicherlich eine Stadt, in der man mehr Zeit verbringen könnte, aber wir haben ja keine Zeit ;-) !

Entlang der Garden Route von Port Elizabeth bis Glentana (Nähe Mosselbay)

Danach führt uns der Weg also entlang der viel gerühmten Gardenroute. Wir sind schon einige Zeit unterwegs, als mir das plötzlich beim Blick in den Reiseführer bewusst wird. Die ganz schlauen Leser werden jetzt sicherlich wissen was kommt.... Nein, das Wetter ist diesmal gut, aber die Landschaft wirkt trotzdem etwas trist. Das ist halt so, wenn die Ernte gerade eingefahren wurde und die riesigen Felder alle trocken und braun aussehen. Das hat dann nicht mehr viel von Garden...

m_IMG_9237die Garden Route im Herbst

Aber die Berglandschaft ist schön und die Fahrt hinunter zur Küste bis zu unserem Etappenziel Glentana spektakulär. Tolle Farben und Ausblicke aufs Meer!

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Der Campingplatz von Glentana liegt auch toll und wir werden von allen anwesenden Gästen im Rentenalter freundlich begrüßt und interviewt. Leider ist mir am nächsten Tag nur ein kurzer Blick auf den herrlichen Strand vergönnt, bevor es schon wieder weiter geht. Ich könnte mir ja sonst einen ungesunden Sonnenbrand holen.  Und der neu gekaufte Bikini muss ja auch geschont werden?!

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Glentana - Somerset/West - Stellenbosch

Die letzte lange Etappe von Glentana nach Somerset führt uns über Mossel Bay quer durch das Western Cape bis zum Weingut Lourensford, wo die Offroad Messe stattfindet. Wir kommen auf der langen Fahrt sogar durch Heidelberg - unglaublich !

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Kurz vor 18 Uhr treffen wir auf dem Veranstaltungsgelände ein, wo man uns aber mitteilt, dass wir dort leider nicht übernachten können. Schade, der riesige Parkplatz inmitten des Weinguts hätte uns gut gefallen. Wir werden von den freundlichen Parkwächtern auf einen Campingplatz in der Nähe geschickt, wo wir auf die Schweizer Raymonde und Thomi in ihrem Toyo treffen. Wir unterhalten uns ein paar Takte und die beiden beschliessen, uns am nächsten Tag zum ‘Getaway’-Event zu begleiten. Wir machen uns nach dem Frühstück auf die Socken und erleben einen interessanten und kurzweiligen Tag auf der Messe. Ben nimmt am kunterbunten Kinderprogramm teil und wir Erwachsenen machen fleissig Gebrauch von unseren Plastikkarten...

Obwohl wir uns nachmittags von den Schweizern verabschieden, kommen wir abends zufällig zeitgleich auf dem Campingplatz in Stellenbosch an, wo wir die Nacht verbringen wollen, bevor wir die letzten paar Kilometer nach Kapstadt in Angriff nehmen. Auch Meike und Kai aus Hamburg mit ihren BMW-Motorrädern gesellen sich zu uns und so erleben wir einen lustigen Abend in Traveller-Runde. Götz bekommt beim Anblick seiner geliebten BMW fast feuchte Augen und würde am liebsten für die nächsten paar Kilometer (oder mehr?) tauschen.

Kapstadt - eine Stadt zum Bleiben....

Wieder mal Zeit zum Abschied nehmen. Die Hamburger wollen die Westküste noch ein Stück hochfahren und Raymonde und Thomi haben eine Verabredung mit südafrikanischen Bekannten. Wir wollen nach Kapstadt und so brechen wir nach gemütlichem Frühstück und Austausch von Reisetips in verschiedene Richtungen auf. Wir erreichen Kapstadt am Mittag.

m_IMG_9390Blick vom Tafelberg auf Kapstadt

Ein Traum - keine Wolke am Himmel, 25 Grad und der Tafelberg präsentiert sich wolkenlos. Wir parken den Unimog an der Waterfront und springen sofort auf einen der roten hop on - hop off Doppeldeckerbusse, um eine Stadtführung wie aus dem Bilderbuch zu bekommen. In dieser Stadt ist alles toll, ich kann überhaupt nichts hässliches entdecken (sieht man von der Geschichte mal ab). Am Tafelberg entscheiden wir uns spontan, vom Bus abzuspringen und die Gondel zum Gipfel zu nehmen. Eigentlich wollten wir ja hoch wandern, aber wer weiss. wie das Wetter in den nächsten Tagen wieder wird.... Wir geniessen den Rundblick, erleben ein paar der typischen Wolken bzw. Nebelschwaden, die urplötzlich aus dem Nichts auftauchen aber zum Glück auch genauso schnell wieder verschwinden und machen dann die Stadtrundfahrt entlang der Strände der Schönen und Reichen zu Ende.

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Waterfront Kapstadt

Nach einem tollen Tag landen wir auf dem Campingplatz am Chapman’s Peak, wo sich die Traveller-Szene angeblich trifft. Der Campingplatz liegt auf der Kap Halbinsel mitten im Table Mountain National Park. Wunderschöne Landschaft, tolle Strände und nicht weit entfernt vom Kap der guten Hoffnung, das wir natürlich auch noch besuchen wollen.

Ben fühlt sich auf dem Platz gleich sauwohl, es ist ein wenig wie Urlaub auf dem Bauernhof. Pferde, Schafe, Hühner, Truthähne, Gänse, Pfauen, Schildkröten und Hunde laufen hier frei umher und der Knüller ist der vom Campingplatz-Besitzer Chris selbst gebaute Spielplatz aus alten Schiffen, Autowracks und sonstigen tollen und ollen Dingen.

Der nächste Tag beschert uns vormittags endlich mal wieder Regen - so können wir getrost einen Museumsbesuch im 2 Oceans Aquarium in Kapstadt machen. Tolle Fische (auch die großen Haie) werden uns dort präsentiert und die Zeit vergeht im Nu. Nach einer kurzen Shoppingrunde in den Läden an der Waterfront erscheint auch die Sonne wieder.

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Unimog-Familie mit Tafelberg im Hintergrund

Bei unserer Rückkehr auf den Campingplatz lernen wir den Deutsch-Schweizer Ralf kennen, der zusammen mit seiner Frau Iris seit ein paar Jahren auf Tour ist und nun seit fast 2 Monaten auf seine Frau wartet, die gerade mal zwischendurch in der Schweiz zum Arbeiten ist. Wir verstehen uns auf Anhieb und verbringen die nächsten Tage locker miteinander.

Natürlich nutzen wir den nächsten komplett wolkenlosen Tag für eine Rundfahrt zum Kap der guten Hoffnung und zum Cape Point. Traumstrecke, Traumdörfchen und ein wunderschöner Nationalpark führen zum Kap. Wir können uns nicht satt sehen, machen einen Fotostop nach dem anderen und reihen uns ein in die lange Schlange der Menschen, die am Schild ‘Kap der guten Hoffnung’ ein Erinnerungsfoto schiessen wollen. Götz will unbedingt noch den Unimog vor dem Schild fotografieren - er verpasst aber eine kurze Pause zwischen abfahrenden und ankommenden Touri-Bussen. Bis er den Unimog umparkt, ist die Schlange schon wieder lang und er ‘versaut’ somit einigen Touris den freien Blick neben dem Schild.

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Cape Point - ein wenig fühlt es sich an wie ‘chinesiche Mauer’ mit all den Chinesen

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alles strahlend blau an diesem Tag am Kap.....

Mir ist das ganze super peinlich und gerade als ich mich zum fremd schämen davon schleichen will, fahren uns Raymonde und Thomi wieder über den Weg. Sie lachen nur über meine Beklemmungen, wir unterhalten uns ein wenig und die beiden beschliessen, zu uns auf den Campingplatz zu kommen. Ralf fährt mit uns zum Sonnenuntergang auf den Chapman’s Peak und wir stossen alle auf diesen herrlichen Tag an. So erleben wir den Abend wieder in netter Runde am Lagerfeuer und können um Mitternacht auch noch der lieben Raymonde zum Geburtstag gratulieren.

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Sonnenuntergangsstimmung am Chapman’s Peak

Tags darauf finden auch Meike und Kai dank moderner Kommunikationstechnologie wieder den Weg zu uns und so haben wir das europäische Eck auf dem Campingplatz gut gefüllt. Für die Beiden geht die Reise hier in Kapstadt nach 6 Monaten zu Ende - die Motorräder kommen in ein paar Tagen aufs Schiff und dann geht’s zurück in den Schnee nach Hamburg ;-)!

Aber halt - da war doch noch etwas..... Ach ja, die Stossdämpfer! Die hätten wir vor lauter Besichtigungen und Wohlfühl-Momenten in dieser Stadt schon fast vergessen. Wir haken dann aber trotzdem mal beim Absender nach, wo die denn nur so lange bleiben. Wir müssen erfahren, dass die DHL-Laufzeit für Pakete nach Südafrika so um die 3 Wochen liegt. Vor dem 28.03. werden sie wohl nicht aus dem Zoll kommen, d.h. wir ‘müssen’ uns hier noch einige Tage um die Ohren schlagen. Finden wir aber gar nicht tragisch, es gibt definitiv schlimmere Orte zum Warten. Das einzig Schlimme an der Warterei und dem Campingplatz hier ist der Farmstall, der nur ca. 500 m vom Campingplatz entfernt liegt. In den sogenannten Farmstalls werden nämlich immer ganz leckere selbst gebackene Brote, Kuchen nach Großmutters Art, Marmeladen, und sonstige Ferkeleien verkauft. Und zum Kaffee läuft dann einer kurz mal rüber und holt was Süßes...  Das Leben ist hart!!!

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Chillen auf dem Campingplatz - Ben macht Pause vom Pool

Kapstadt - Hermanus - Cap Agulhas - Franschhoek - Kapstadt

Wir wollen nicht ganz auf dem Campingplatz verlottern und machen uns auf den Weg zum Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Wir fahren die Wal-Route von Kapstadt nach Hermanus - eine atemberaubende Strecke am Meer entlang mit traumhaften Ausblicken. Eines muss man den Südafrkanern lassen - sie haben es geschafft, ihre Strände und Küstenabschnitte vor Bausünden zu schützen. Wo andernorts riesige Hotelanlagen stehen würden, sind hier Häuser sehr zurückhaltend in die meistens naturgeschützten Gebiete integriert. Leider sind wir für die Wale noch zu früh dran, geniessen aber trotzdem unseren kleinen Bummel durch den netten Ort Hermanus.

m_IMG_9613 wenigstens ein Wal an Land...

Und als wir da so an der Strandpromenade entlang spazieren, ruft Götz plötzlich jemanden ‘Hey Beppo’ hinterher. Ich denke mir gerade  ‘jetzt fängt mein Mann wohl zu spinnen an und wirft wildfremden Leute komische Namen an den Kopf’, als der Mensch sich schon umdreht, kurz stutzt und dann mit ‘Hallo Götz, des gibt’s ja net’ antwortet. Es stellt sich heraus, dass Beppo eigentlich mit Spitznamen ‘Heppo’ heisst (meine alten Ohren hatten das falsch verstanden) und Götz und er vor vielen Jahren als Ministranten in Burgau gedient haben. Heppo erzählt uns fassungslos, dass er bereits einige Tage zuvor schon Christian und Daniela, ebenfalls alte Bekannte aus Burgau, getroffen hat. Die Welt ist soooo klein.

Am Kap Agulhas schiessen wir kurz das obligatorische Beweisfoto - der südlichste Punkt des afrikanischen Festlandes liegt ziemlich unspektakulär irgendwo am Strand.

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Ben am südlichsten Punkt Afrikas

Für den Rückweg nach Kapstadt wählen wir die Route durchs Landesinnere, da dort die bekannten Weingüter Südafrikas zu finden sind. In Franschhoek legen wir einen Lunch-Stop ein, trinken ein paar Gläschen des leckeren Weißweins dazu und fahren dann nur noch ein paar Meter bis zum Campingplatz beim Ort. Fast zeitgleich mit uns treffen mal wieder ein paar andere Reisefahrzeuge aus Österreich und der Schweiz ein. Auch die Schweizer Hans und Irene sind dabei, die wir vor Wochen schon in Mozambique getroffen hatten. Und wieder stellen wir fest: Die Welt ist sooo klein!

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m_IMG_9656Weingüter und -Berge um Franschhoek

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Peter und Ruth aus Luzern laden uns spontan zum Apero ein - dieser zieht sich dann fast bis Mitternacht hin, da die Weinflasche(n) einfach nicht leer wird und der Schweizer Käse so lecker schmeckt!

Kapstadt - Paternoster - Velddrift - Westcoast Nationalpark - Kapstadt

Da unser Paket am 28.03. ankommen soll, verlassen wir Franschhoek guter Dinge am Gründonnerstag, um auf der Post zu erfahren, dass die Stoßdämpfer immer noch in Johannesburg beim Zoll unterwegs ist. Alles halb so schlimm, es gibt ja noch so viele Sehenswürdigkeiten, die wir noch nicht gesehen haben.

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Green Market Square - der Künstler- und Nippesmarkt

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Blick vom Signal Hill auf die Innenstadtund den wolkenverhangenen Tafelberg

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das schöne Fußballstadion mitten im Zentrum von Kapstadt vom Signal Hill aus gesehen

Neben all diesen schönen Eindrücken und Bildern von Kapstadt wollen wir aber auch nicht diese Seite verschweigen. Neben all den reichen und ganz schön reichen Menschen in dieser Stadt gibt es viel meharme und ganz schön arme Menschen, die in den Townships rund um Kapstadt (und all den anderen Stödten Südafrikas) zu finden sind. Sobald man das Zentrum verlässt, sieht man auch massenhaft diese Unterkünfte - Wellblechhütte an Wellblechhütte so weit das Auge reicht:

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Für den Karfreitag haben wir eine Bootsfahrt nach Robben Island gebucht, der berühmten Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela so viele Jahre seines Lebens verbringen musste. Die Touren zu der Insel müssen meistens mehrere Tage im Voraus gebucht werden, da der Andrang enorm ist. Die Führung durch die Gefängnisgebäude und Zellen übernehmen ehemalige Gefangene. Unser Guide muss auch heute noch an einigen Stellen seiner Erzählungen schlucken. Willkürlich über so viele Jahre seines Lebens eingesperrt zu sein ohne Hoffnung auf Hilfe von aussen, nur weil man eine andere politische Meinung vertritt. Unser Guide erzählt, dass er in den 6 Jahren seiner Gefangenschaft seine Familie nur 3 Mal sehen durfte.. Die erste Aktion am Tage seiner Freilassung war dann, mit seinen Zellengenossen den Tafelberg hinauf zu wandern, weil sie diesen tollen Berg tagtäglich von der Insel aus im Blick hatten. Natürlich kommt am Schluß seiner Ausführungen von einem Besucher die Frage, die er sich wahrscheinlich jedesmal anhören muss: ‘Wieso arbeitet und lebt man weiterhin freiwillig an einem Ort, an dem man so viele Jahre eingesperrt war?” Die einfache Antwort lautet: ‘Weil ich kein zuhause mehr hatte und einen Job brauchte.”.

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Mandelas Zelle von aussen und innen

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ein ehemaliger Häftling führt uns durch die Gänge und schildert eindringlich das Leben als Gefangener auf Robben Island

Die Rückfahrt mit dem Schnellboot bringt mich an die Grenzen meiner Seetauglichkeit. Das Boot springt über riesige Wellen und da ich leider keinen Platz mehr auf dem Oberdeck ergattern konnte, muss ich mich im Schiffsinneren sehr konzentrieren, damit ich nicht nach den kleinen weißen Tütchen vor mir greifen muss. Aber es geht alles gut und wir werden an Land von Meike und Kai in Empfang genommen, die noch einen Abschiedsdrink mit uns nehmen wollen. Die Motorräder sind gut verpackt im Container und die beiden müssen am Abend nach 6 Monaten Afrika zurück nach Hamburg fliegen. Der kalte Wind auf der Cafe-Terrasse an der Waterfront stimmt die beiden dann auch so langsam auf die Temperaturen zuhause ein.

Am Ostersamstag wartet das nächste Highlight auf uns. In Kapstadt findet der Cape Marathon statt, der direkt an unserem Campingplatz vorbei führt. Er geht über eine Distanz von 56 km und wir stehen früh auf, um die ersten Läufer, die kurz nach 8 Uhr hier vorbeikommen, kräftig anzufeuern. Das Tempo, das die komplett schwarze, etwa 20-köpfige Spitzentruppe nach genau der Hälfte der Strecke drauf hat, könnte ich keine 200 Meter mitlaufen. Erst nach ca. 15 Minuten taucht der erste weisse Läufer auf.

m_IMG_9751 für Heike - du schaffst es.... ;-))

Und dann am Ostersonntag findet doch tatsächlich der Osterhase den Weg zum Campingplatz. Ben freut sich riesig, als er seine Nestchen findet. Er war die ganze Woche schon sehr besorgt, ob der Osterhase wirklich auch nach Afrika hoppelt.

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Da wir nicht davon ausgehen, dass unser Paket am Dienstag nach Ostern da sein wird, fahren wir die Westküste hoch bis Paternoster. Auch hier ist die Küste traumhaft schön, sehr rauh und einsam. Der Ort Paternoster erinnert mich mit seinen weiß getünchten Höusern und blauen Fensterrahmen an die griechischen Kykladeninseln. Sehr hübsch!

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toller Übernachtungsplatz in Tietiesbay bei Paternoster

Von Götzis Bekanntem Rudolf aus Kapstadt haben wir die Adresse der Doornfontain Farm bekommen, die ganz in der Nähe von Paternoster / Velddrift liegt (wer mal reinschauen möchte, hier die Adresse: www.doornfontainfarm.co.za). Rudolf hatte uns geschrieben, dass er dort das verlängerte Osterwochenende  mit seiner Familie verbringt. Obwohl wir ohne Voranmeldung kommen, werden wir von den Farmbesitzern Petra und Nick sehr herzlich empfangen und fühlen uns gleich heimisch. Das mag zum einen daran liegen, dass Petra, obwohl sie schon seit fast 40 Jahren in Südafrika lebt, ihren Karlsruher Akzent nicht verbergen kann. Zum anderen treffen wir ausser Rudolf und seiner Familie auch Christian und Daniela, von denen Heppo schon einige Tage zuvor bei unserem Zusammentreffen erzählt hatte. Wir bleiben 2 Tage auf Doornfontain, werden von Petra und Nick fürstlich bekocht, gehen im nahe gelegenen Fluß zum Baden, Ben darf die Kühe auf der Farm füttern und das Wetter ist ein Traum. Passend dazu feiern wir am letzten Abend in geselliger Runde einen sehr lustigen Geburtstag von Nick und verabschieden uns nach einem leckeren Geburtstagsbrunch am nächsten Mittag von der Farm.

m_IMG_9776die Doornfontain Farm

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gemütlich und liebevoll eingerichtet, so wie wir das lieben

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Zusammen mit Daniela und Christian fahren wir bei wunderbarem Wetter durch den Westcoast Nationalpark nach Kapstadt zurück. Wir klettern über die Felsen, schauen uns die Seeanemonen im glasklaren Wasser an und brutzeln bei angenehmen Temperaturen am weissen Sandstrand.

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Christian hat ein Ferienhaus in Kapstadt und lädt uns ein, einige Tage im Gästezimmer zu übernachten. Das Angebot nehmen wir sehr gerne an. Ben bekommt sein eigenes Zimmer mit ‘Wilde Kerle’-Bettwäsche und Sabine und Rudolf, die im Haus nebenan wohnen, bringen ihm kistenweise Spielzeug ihrer Kinder. Ben schwebt im 7. Kinderhimmel.

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Spaziergang am Blauwbergstrand in der Nähe vom Ferienhaus mit Tafelberg im Hintergrund

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Sonnenuntergang über Robben Island vom Blauwbergstrand aus gesehen

Wir Erwachsene erleben eine sehr schöne und entspannte Zeit zusammen. Die WG harmoniert über 4 Tage hervorragend und wir lassen es uns gut gehen. Nach einem Abschieds-Braai mit der ganzen Verwandtschaft von Rudolf und Christian machen wir uns am 8.4. wieder auf den Weg zu unserem Campingplatz am Chapman’s Peak, damit Christian und Dani sich wenigstens noch die letzten 2 Tage vor ihrem Rückflug nach Deutschland von uns erholen können ;-) ! Ganz herzlichen Dank für die Einladung und Gastfreundschaft an euch beide sowie an Sabine und Rudolf mit ihren netten Kindern Isabel, Celina und Christopher.

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auch in Südafrika isst man gerne Fleisch

Kapstadt - Bontebok Natioalpark - Wilderness - Tsitsikamma Nationalpark

Adieu Kapstadt....

Und kaum sind wir zurück in der Shopping Mall von Noordhoek beim Chapmans Peak Campingplatz, begegnen wir Ralf und seiner Frau Iris, die ihren Arbeitsaufenthalt in der Schweiz gerade wieder beendet hat Wir trinken ein Bierchen zusammen und verabreden uns für den nächsten Tag zum Grillen. Die beiden haben gerade ihr Dachzelt gegen die Wohnung einer Freundin eingetauscht, die z.Zt. in England weilt.... Bei den herbstlichen Temperaturen, die hier mittlerweile herrschen, eine gute Entscheidung.

Und dann, am 09.04.2013, genau 4 Wochen nach Versand in Deutschland, zeigt uns der Online-Status -Tracker der südafrikanischen Post an, dass unser Paket Kapstadt erreicht hat. Also nichts wie ab zur Post und abgeholt. 2 Stunden später halten wir die tollen knallroten Teile in der Hand und brausen los, um sie einzubauen. 3 Stoßdämpfer lassen sich ganz leicht wechseln, nur der vierte will einfach nicht raus. Die letzte Schraube hat sich festgefressen und so müssen wir bis zum nächsten Tag warten, damit uns dabei ein freundlicher Arbeiter aus der Schlosserei in der Nähe helfen kann. Mit Hilfe einer Säge wird das Problem gelöst und die neuen Stoßdämpfer strahlen mit uns um die Wette.

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endlich neue Stützstrümpfe für den Unimog (sichtbar neben der Feder...)

Wir feiern das Ereignis ausgiebig bei einem Abschiedsessen mit Ralf und Iris im Farmstall-Restaurant gegenüber. Uns fällt der Abschied von all den lieb gewonnenen Menschen auf dem Campingplatz inzwischen richtig schwer. Aber die strahlende Sonne hilft uns, die Tränen schnell zu trocknen und wir machen uns auf den Weg - noch einmal geht es zur Ostküste zurück, um ein paar der Sehenswürdigkeiten, die wir auf dem Weg nach Kapstadt ausgelassen haben, anzuschauen.

m_IMG_998202Unser Stammplatz am Chapmans Peak

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ein letzter Blick vom Table Mountain NP Silvermine auf einen von Kapstadts unzähligen Stränden

Bontebok Nationalpark

Kurz hinter Kapstadt machen wir die erste Rast im Monkey Village. Hier laufen die Menschen im Käfig herum, während die Affen über uns in den Bäumen turnen,. Für Kinder ganz nett gemacht - das ist auch der einzige Grund, weshalb wir hier stoppen. Ben darf ein paar Äffchen füttern und auf den Arm nehmen, er hat Spass und das ist die Hauptsache!

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große und kleine Äffchen ...

Der Bontebok-Nationalpark ist ein gemütlicher kleiner Park, in dem vorwiegend der Bontebok und ein paar Zebras sowie sehr schöne Vögel zu finden sind. Wir übernachten 2 Nächte an einem Flüsschen und verbringen einen lustigen Abend mit unseren südafrikanischen Zeltnachbarn am Feuer. Sie haben eine Handvoll Kinder dabei und somit kommt Ben auch auf seine Kosten. Er hat inzwischen einen guten Weg gefunden, mit den Kids trotz Sprachproblemen in Kontakt zu kommen. Man nehme ein paar Brocken Englisch, einen Ball, Spielzeugautos oder Wasserpistolen und schon funktioniert die Kommunikation perfekt.

m_IMG_007002Abendstimmung im Bontebok NP

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die Bonteboks haben Vorfahrt vor dem Unimog und sind schnell wieder weg...

 

Wilderness - Plettenberg

Der Wilderness Nationalpark ist bekannt für seine schönen Wanderwege, Kanuausflüge und Strände. Hier gibt es für jeden Geschmack etwas. Wir entscheiden uns für eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall durch dichten Wald und über viele Treppenstufen. Unser Übernachtungsplatz liegt wieder direkt am Fluss und die Essensreste des zu üppigen Braais werden nachts geräuschvoll von ein paar durchs Camp streunenden Wildschweinen verwertet. Sie werfen alle Mülltonnen um und hinterlassen eine Spur der Verwüstung. Natur pur!

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fast wie zuhause am Neckar...eine kleine Fähre am Seil bringt uns über den Fluß

m_IMG_1735nicht spektakulär aber gemütlich...

Über die 7-Pässe-Straße im Hinterland mit schönen Ausblicken erreichen wir Plettenberg Baai, einen sehr beliebten Urlaubsort der Südafrikaner am indischen Ozean, der für seine vielfältigen Sportmöglichkeiten bekannt ist.

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Nebelschwaden über dem Hafen von Moosselbay - Luft kalt, Wasser warm ???

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Das Wetter ist leider nichts zum Baden, also übernachten wir hier nur und fahren dann weiter bis zum

Tsitsikamma-Nationalpark

Dieser Park wurde uns von allen Südafrikanern, die wir unterwegs getroffen haben, empfohlen und deshalb mussten wir unbedingt bis hierher zurückkommen. Und wirklich - die Küste hier ist atemberaubend schön. Schroffe Felsen im Wasser, ein paar kleine Badebuchten und unmittelbar dahinter grüne Berge. An diesem Küstenabschnitt beginnt der bekannte 42 km lange Ottertrail, ein 5 -tägiger Wanderweg, der an der sehr bergigen Küste von der Storms River Mündung bis zum Natures Valley entlang geht. Zwischendurch sind Badestops an wunderschönen Buchten eingeplant, um die müden Füsse abzukühlen. Möchte man den Weg laufen, muss man sehr lange im Voraus reservieren (bis zu einem Jahr), da es nur begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten gibt.

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m_IMG_1787Begegnungen im Park...

Wir begnügen uns daher mit einem kleinen Spaziergang vom Camp bis zur Storms River Mündung, wackeln über die Storms River Hängebrücke und erleben einen Traum-Sonnenuntergang. Mit einem Natur-Feuerwerk verabschiedet uns der Himmel über dem indischen Ozean - was will man mehr?!

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Endspurt Südafrika mit Nationalpark-Marathon: Oudtshoorn - Karoo Nationalpark - Augrabies Falls Nationalpark - Kgalagadi Transfrontier Park

Oudtshoorn - Stadt der Strauße und Höhlen

Über tolle Schotterpisten und kleine Pässe fahren wir von der Küste weg ins Landesinnere nach Oudtshoorn. Oudtshoorn ist bekannt für seine Straußenfarmen und die wunderschönen Cango-Höhlen. Wir beginnen die Tour mit einem leckeren Abendessen - natürlich gibt es Straußensteaks und -Carpaccio.

Die Straußenfarm-Besichtigung ist super lustig. Wir bekommen eine Nackenmassage von den Straußen, dürfen sie füttern und auf ihnen sitzen. Der Ritt auf ihnen fällt leider wegen zuviel Matsch auf der Piste aus, denn es hat am Abend zuvor mal wieder heftig geregnet.

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Danach geht es gleich weiter im Touri-Programm. Wir fahren zu den Cango-Höhlen, die sich nur ein paar Kilometer hinter der Straußenfarm befinden. Anschaulich berichtet unser Guide von den Entdeckern der Höhle im 18. Jh. und demonstriert uns durch das Ausschalten der Höhlenbeleuchtung wie diese ihre Entdeckung damals nur mit einer kleinen Öllampe ausgestattet erlebt haben müssen. Unvorstellbar - uns kommt die erste Höhlenhalle nach der super Beleuchtung zuvor nun stockdunkel vor und wir haben alle etwas Mitleid mit den armen Kerlen, die die Schönheit dieser oberirdischen Höhlen wohl nur erahnen konnten.  Tatsächlich befinden sich die Höhlen größtenteils oberirdisch im Berg, deshalb ist es in der Höhle auch sehr warm. Wir kommen beim Rundgang - nicht nur der vielen Treppen wegen - alle ins Schwitzen und sind fasziniert von den riesigen und wunderschönen Tropfsteinformationen. So etwas haben wir noch nie zuvor gesehen - fantastisch!.

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Von Oudtshoorn über den Swartbergpass zum Karoo Nationalpark

Vor dem Swartbergpass warnen uns der Campingplatzbesitzer und der Guide der Straußenfarm - der Weg sei steil und rutschig bei Regen und sehr eng. Natürlich reizt uns das erst recht - wir starten morgens bei schönstem Sonnenschein und erfreuen uns an den tollen Ausblicken. Die Berge hier sind übersät mit Artischocken-ähnlichen Gewächsen und Blüten, wir können uns nicht satt sehen. Warum der Pass so gefährlich sein soll, verstehen wir nicht. Die Schotterpiste ist gut befahrbar und es begegnen uns auch ganz normale Autos, die problemlos an uns vorbeifahren können.

m_IMG_1943tolle Kurven am Swartbergpass

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m_IMG_1924 Ausblick von der Passhöhe

Auf der anderen Seite des Passes gelangen wir zum malerischen Örtchen Prince Albert, wo wir uns mit Olivenöl und Honig aus der Karoo eindecken. Die nächsten Stunden werden uns nun durch die große Karoo führen - eine ganz dünn besiedelte und karge Gegend, die uns aber trotzdem oder gerade deshalb sehr gut gefällt. Stundenlang geht es über einsame Schotterpisten und wir picknicken mitten auf der Straße, weil sowieso niemand vorbei kommt.

Etappenziel ist der Karoo-Natonalpark - wir sind am Spätnachmittag da und drehen noch eine kleine Runde kurz vor Sonnenuntargang im Park. Leider sehen wir keine großen Tiere, aber die tolle Landschaft im Park lohnt schon allein einen Besuch.

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Die Zeit drängt - daher fahren wir auch schon am nächsten Morgen bei trübem Wetter wieder aus dem Park ab. Nach einigen Kilometern Fahrt durch die große Karoo kommt dann aber die Sonne wieder raus und wir rauschen wieder stundenlang über menschenleere Schotterpisten. Auf unserer 6-stündigen Fahrt begegnen uns ganze 2 Autos. Wir wählen daher unseren Übernachtungsplatz kurz vor dem Städtchen Brandvlei einfach neben der Straße mit endlos weiten Ausblicken zum Horizont. Die Gegend ist karg und die Farmer leben hier hauptsächlich von der Schafzucht.

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überall sieht man diese riesigen Nester der Webervögel

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Übernachtungsplatz am Straßenrand - absolute Ruhe

Mitten im Nichts taucht dann dieses goldige Rasthaus auf, wo wir uns gleich mit Kaffee, kühlen Getränken und selbstgemachten Marmeladen eindecken. Diese tollen Plätze haben wir in Südafrika kennen und lieben gelernt.

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Augrabies Falls Nationalpark

Der Augrabies Falls Nationalpark ist der vorletzte Nationalpark, den wir uns auf unserer Tour durch Südafrika vorgenommen haben. Der Wasserfall ist vor kurzem mit starken Scheinwerfern ausgestattet worden, sodass er auch in der Nacht bewundert werden kann. Uns gefallen bei Tag allerdings die tollen Steinformationen und Felsen im Park weitaus besser als der Wasserfall und als wir abends nach dem Essen nochmals zum Wasserfall stiefeln, um Fotos von den angestrahlten Wassermassen zu machen, müssen wir leider feststellen, dass die Scheinwerfer alles anstrahlen - nur nicht den Wasserfall. Das Wasser fällt ins dunkle Loch, aber die Felsen direkt unterhalb der Strahler sind hell beleuchtet..... This is Africa ;-) !?

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Kgalagadi Transfrontier Nationalpark - Good bye Südafrika

Und dann, ja dann geht es ruckzuck Richtung Kgalagadi Transfrontier Nationalpark. Bekannt für seine roten Dünen und die großen Löwen, ist dieser Park auf jedem Werbeprospekt für Südafrika,und Botswana abgebildet. Wir hoffen natürlich wie alle anderen Touris auf DIE Begegnung mit dem König der Tiere. Aber ihr ahnt es sicher schon.... die Tiere sind gerade alle mal wieder im Urlaub und ausser Oryx-, Impala- und Gnuherden lassen sich keine großen Tiere blicken.

m_IMG_2227 einsames Gnu

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wenigstens ein Raubvogel lässt sich geduldig fotografieren

Weil Ben so gerne im Gamedrive-Jeep unterwegs ist, buchen wir extra nochmal einen Sunset-Gamedrive und hoffen, dass wenigstens unser Guide weiss, wo sich die Löwen aufhalten. Allerdings haben wir auch da Pech - unser sehr gelangweilter (oder unerfahrener?) Guide drückt uns bei Anbruch der Dunkelheit die Scheinwerfer in die Hand, damit wir das Gelände selbst nach Tieren absuchen können. Ben hat als Jüngster die besten Augen und entdeckt wenigstens ein paar Löffelhunde und eine Schwarzrückenhyäne. Die Augen, die etwas weiter weg unter den Scheinwerfern zu leuchten beginnen, kann er leider keinem Tier zuordnen und so bin ich froh, als wir endlich wieder auf dem Campingplatz ankommen. Dort befinden wir uns in Gesellschaft von netten Deutschen und Schweizer Pärchen und wir treffen auf Paul und Maria mit ihrem Reisegefährt Monty, die Götz aus dem LKW-Allrad Forum schon kannte. Paul erzählt uns spannende und lustige Geschichten aus seinem Leben in der Schweiz, Südafrika und auf Reisen. Es wird uns trotz fehlender Tiere nicht langweilig.

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Paul und Maria mit Monty

Aber ich will nicht ungerecht sein - als wir am 3. Tag unseres Aufenthaltes im Park kurz vor dem Grenzübergang Mata-Mata nach Namibia sind, geben sich doch noch ein paar Löwendamen mit Jungen die Ehre. Sie liegen im Rudel direkt am Straßenrand - neben sich die kläglichen Überreste eines armen Gnus. Satt und müde mustern sie uns und haben Mühe, die Augen offen zu halten. Also doch noch ein versöhnlicher Abschluss, sollen die Männchen doch bleiben, wo sie wollen....

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Am Grenzübergang nach Namibia wird es diesmal spannend für uns. Der südafrikanische Grenzbeamte in Twee Rivieren hatte uns in Panik versetzt und meinte,, dass wir in Namibia mit Ben’s Pass bestimmt nicht mehr einreisen dürften,, da alle Seiten restlos vollgestempelt sind. Das hiesse für uns, nochmals zurück nach Kapstadt fahren, bei der Botschaft einen neuen Pass beantragen und dann Strafe zahlen, weil wir nicht mehr rechtzeitig zum Ablauf unseres Visums aus Südafrika heraus wären..... Ich kann mir das jedoch nicht vorstellen und hoffe nur, dass der namibische Beamte nicht allzu sauer auf die Unterbrechung beim Skatspiel ist, als wir eintreffen. Also beginne ich sogleich einen netten Smalltalk mit ihm, er stempelt Götzis und meinen Pass und blättert dann in Ben’s Pass von vorne nach hinten und wieder zurück. Hm - der Pass ist ja voll. - Ach wirklich? Das kann doch gar nicht sein? - Doch, alles voll .. wollt ihr noch in ein anderes Land? - Nein, Namibia ist das letzte Land vor unserer Rückkehr nach Deutschland. - Na ja, dann drück ich den Stempel mal hier mitten rein, wird schon ok sein?! - Na klar, ist doch kein Problem, viel Erfolg beim Skatspiel und dankie ....

Und so schnell sind wir wieder in Namibia.... Es war eine tolle Zeit in Südafrika. Die oft negativen Beschreibungen des Landes von anderen Reisenden, die wir getroffen haben, können wir für uns überhaupt nicht bestätigen. Wir sind immer und überall sowohl von Schwarzen wie auch Weissen sehr nett empfangen worden und haben uns in keiner der Städte unwohl oder unsicher gefühlt. Was uns auffiel, war immer wieder der gleiche Satz, den wir von den Südafrikanern beim Abschied zu hören bekamen:

Please come again and we hope you enjoy your stay in our country.!

 

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