Es geht los....

Hektisch wie immer und auf den letzten Drücker fährt Götz zusammen mit Ben am 17.10.12. nach Antwerpen, um den Unimog auf das Frachtschiff Venus Spirit zu bringen. Wir packen bis nachts die letzten Werkzeuge, Kisten und Klamotten, um dann Tage später festzustellen, daß einige wichtige Dinge doch noch im Keller liegen. Aber es gibt ja nichts, was man in Afrika nicht auch kaufen oder anfertigen kann...... Warum wir diesen Stress machen mussten, verstehen wir bis heute nicht - das Schiff verlässt erst am 27.10. den Antwerpener Hafen in Richtung Walvis Bay / Namibia. Mithilfe des Vessel-Trackers verfolgt Götz gebannt jede Bewegung des Schiffes.

Am 12.11.12 starten auch wir dann endlich Richtung Flughafen. Achim unser Fährmann knipst das erste Foto unserer Reise von uns - Abschied vom Neckarhäuserhof bei trübem Novemberwetter:

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Der Flug verläuft entspannt - Ben schläft wie immer nach kurzer Zeit ein und wacht erst morgens nach mehrmaligen Weckversuchen kurz vor der Landung in Windhoek wieder auf. Ich beneide ihn die ganze Zeit um seinen Schlaf und kämpfe mit dem Kopf meiner französischen Nebensitzerin, der die ganze Nacht mehrmals auf meiner Schulter landet, nachdem sie sich eine Handvoll Schlaftabletten mit mehrern GLäsern Whiskey und Rotwein eingeworfen hat.

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Am Flughafen werden wir vom Fahrer unserer Unterkunft in Windhoek abgeholt. Er bringt uns ins Hotel Uhland, wo uns schon ein leckeres Frühstück und der schöne Pool erwarten.

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Nach ein paar Stündchen Schlaf machen wir uns auf den Weg zum Stadtrundgang, der relativ schnell erledigt ist. Windhoek ist ziemlich übersichtlich und bietet nicht allzu viel spektakuläres. Wir buchen einen Shuttle -Bus, der uns am nächsten Tag nach Walvis Bay bringen soll. Lt. Vessel-Tracker soll unser Schiff nämlich am 14.11.12 ankommen. Ob wir diesmal etwa Glück haben werden und den Unimog ohne Wartezeit abholen können? Ich mag es noch gar nicht glauben....

 

Walvis Bay - der Unimog ist da...

Nach 6 Stunden Shuttle-Fahrt von Windhoek nach Walvis Bay - die Straße führt schnurstraks geradeaus - kommen wir kurz nach 21 Uhr in unserer online gebuchten Unterkunft an. Es ist alles stockdunkel und ohne unseren Shuttlebus-Fahrer wären wir wahrscheinlich nie auf die Idee gekommen, hier zu klingeln. Wir werden sehr ‘freundlich’ von unserer Bed und Breakfast-Managerin begrüßt: “Warum kommt ihr so spät? Wollt ihr (etwa) noch etwas essen?” Götz und Ben möchten das gerne und so bestellen wir telefonisch noch eine Pizza und plumpsen dann todmüde in die blütenweissen und frisch gestärkten Betten.

Morgens entschädigt dann aber das leckere Frühstück für den gestrigen Empfang und die Besitzerin der Unterkunft fährt uns sogar höchstpersönlich zum Hafen, da sie keine Ahnung hat, wie sie uns ein Taxi rufen soll ;-).

Am Hafen haben wir Glück - wir fragen vor einem Café nach der Agentur, die uns den Unimog herausgeben soll. Zufällig frühstückt gerade einer der Agenten dort und er kümmert sich sofort sehr professionell um die Sache. Als erstes schnappt er sich unser Carnet de Passage, organisiert einen Termin mit einem der Zöllner und schreibt uns in seinem Büro die Rechnung. Um 16 Uhr sollen wir wiederkommen, dann könnten wir den Unimog abholen. Wir glauben da nicht so richtig daran, machen uns aber auf den Weg zur Bank, um das Geld zu besorgen. Wir zahlen brav und machen einen langen Spaziergang durch ganz Walvis Bay bis zur Lagune, wo es zahlreiche Flamingos zu sehen gibt.

Die Häuser mit ihren Vorgärten sind alle sehr gepflegt, die Straßen super sauber und überall werden wir von den Ladenbesitzern auf deutsch angesprochen. Hier ist es deutscher als deutsch und das Gefühl, daß wir in Afrika sind, will sich noch gar nicht einstellen. Als dann kurz vor 16 Uhr unser Handy klingelt und der Agent uns sofort zum Hafen bestellt, können wir es nicht glauben. So einfach soll das diesmal sein, den Unimog zu bekommen? Keine Diskussionen, keine unsichere Warterei am Hafen, keine Schmiergeldzahlung etc.... ? Wir setzen uns ins Taxi, werden am Hafen von Agent Raul erwartet, für Götz wird eine Permission für den Hafeneintritt erstellt und mein Mann verschwindet zusammen mit Raul im Hafen. Ich warte derweil mit Ben vor dem Hafentor. Das erinnert mich irgendwie sehr an die Situation damals in Buenos Aires, wo Frau und Kind auch draußen warten mussten.... Wir gedulden uns  ca. 1,5 Std., bis endlich für den Unimog das Tor geöffnet wird. Er ist unversehrt, alles ist  an seinem Platz - bis auf die Stange Zigaretten und den Schnaps im Handschuhfach. Diese kleine Gabe für das Schiffs- bzw. Hafenpersonal scheint immer wieder Wunder zu bewirken?! Afrika wir kommen!

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Wir übernachten noch einmal in den blütenweißen Betten, packen den Unimog und steuern den Campingplatz Alte Brücke’ in Swakopmund an. Jeder Platz hat sein eigenes Badehaus, der Rasen ist ordentlich gemäht, die Feuerstellen werden täglich sauber gemacht - es ist unglaublich. Sind wir wirklich in Afrika?

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Wir machen erst einmal Ordnung in unserem Haus (danke Mama fürs bügeln der Bettwäsche - das habe ich noch nie gemacht) und stellen fest, daß wir noch nie so unorganisiert gepackt haben. Viel zu viel Klamotten - oder sind die Schränke einfach nur vom Salzwasser geschrumpft? Danach ein erster Spaziergang am Strand und Ben ist begeistert von den meterhohen Wellen. Götz und ich überlegen derweil, welche Route wir jetzt nehmen sollen. Wir entscheiden uns dafür, am Montag einfach mal loszufahren ...

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Swakopmund

Aus Abfahrt am Montag wird Abfahrt am Dienstag. Gut organisiert wie wir sind, müssen wir zunächst noch eine namibische Gasflasche kaufen und die Anschlüsse von unserem Gaskocher umfunktionieren, da unsere deutsche Flasche hier nicht gefüllt werden kann. Beim Test des Gaskochers schnappe ich mir Ben und schaue, dass wir vom Unimog weg kommen. Soll der Mann doch alleine in die Luft fliegen ;-). Kaum haben wir alle Dinge eingekauft,und angeschlossen, treffen wir Karl-Heinz (einige unter euch Globetrottern werden ihn von verschiedenen Treffen als ‘Benemsi auf Reisen’ kennen), der uns den passenden Gasflaschen-Adapter hätte geben können. Zu spät. Wir quatschen uns ein wenig fest und Benemsi lädt uns ein, mit ihm in die ‘Düne 7’ zwischen Walvis Bay und Swakopmund zu fahren. Da wir noch nie im tieferen Sand mit dem Unimog gefahren sind, nehmen wir Benemsis praktische Tips gerne an. Ben rast die Dünen lieber zu Fuß hoch und runter, als wenn es nichts wäre. Ich komme beim Zuschauen ausser Atem!

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Globetrotter-Treff in Düne 7

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und die Dünen hoch und runter

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Cape Cross / Henties Bay

Anderntags fahren wir dann aber wirklich los. Immer am Strand entlang zum Cape Cross, wo um diese Jahreszeit tausende von Robben den Strand bevölkern und ihre Jungen zur Welt bringen. Es ist ein Riesengeschrei und Gestank. Meinen Männern wird zuerst schlecht - als ich ihnen dann noch ein Picknick am Strand vorschlage, werden sie grün im Gesicht. Trotzdem schauen wir eine Weile dem bunten Treiben zu und sind live bei einer Robbenbaby-Geburt dabei. Man würde am liebsten nach der Hebamme rufen, so quält sich das arme Muttertier ewig im Sand herum. Aber mit einem Mal klappts dann doch und das Kleine ist da. Viele Junge sterben allerdings schon kurz nach der Geburt - die gierigen Raubvögel warten schon hungrig kreisend in der Luft darauf. Ben hat mit dem Anblick all der toten Tiere mal wieder weniger Probleme als wir. O-Ton: ‘So ist halt die Natur....’ und rennt weiter.

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iiih stinkt...

Wir fahren an diesem Tag noch ein Stückchen weiter auf einem kleinen Sträßchen Richtung Nordosten und übernachten zum ersten Mal mitten im Busch an einem wunderschönen Platz. Keine Menschenseele weit und breit - so mag ich das. Auf dieser Strecke kann man auch die lustige Welwitschia-Pflanzen bewundern.

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die Welwitschia Pflanze, benannt nach ihrem österreichischen Entdecker

m_IMG_5631rote Felsen in der Abendsonne

m_IMG_5634Buschcamp

Divorce Pass / Twyfelfonatain

Unser kleines Sträßchen führt uns am nächsten Morgen weiter und wird immer noch kleiner. Aber die Koordinaten unserer ‘Tracks for Africa’ sagen, das stimmt schon so und wir nehmen den Weg über den Divorce Pass Richtung Twyfelfontain. Warum der Pass so heißt, weiss ich spätestens nach 20 km Fahrt, für die wir knapp 4 Stunden benötigen. Wäre da nicht am Ende der Strecke - das war dann nach ca. 7 Stunden und 70 km Fahrt - unsere erste Giraffe in freier Wildbahn direkt vor uns aufgetaucht, wären Götz und ich auch fast geschiedene Leute gewesen. Über Geröll, sandige Flußbetten und schmale Wanderpfade klettert der Unimog hoch und runter und dabei sehen und riechen wir hunderte von Elefantenkötteln. Mir wird etwas mulmig bei dem Gedanken zumute, dass wir hier steckenbleiben könnten..... Aber wie immer geht alles gut und der Rest der Strecke entschädigt dann doch für alles. Wunderschöne Landschaft, zwei jagende Geparden am Straßenrand und ein schöner Sonnenuntergang am Campingplatz Abu Habib kurz vor Twyfelfontain besänftigen mein erhitztes Gemüt.

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Wo ist die Straße??

m_IMG_5668auch hier sind wir gefahren....

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nein, das war keine Fatamorgana....

Cheetah Farm - Nähe Khorixas

Gut ausgeschlafen fahren wir dann zur Cheetah-Farm, die auf dem Weg zum Etosha-Nationalpark liegt. Marco und sein Bruder halten hier 14 Geparden - davon sind 5 so zahm, dass man sie streicheln kann. Ben hat einen Riesenspaß mit dem jungen Gepardenbaby. Wir bleiben auf dem Campingplatz, der zur Farm gehört und machen abends noch beim ‘Gamedrive’ mit. Wir fahren auf der Laderampe eines Jeeps auf das Farmgelände hinaus, wo die anderen Geparden jetzt gefüttert werden. Seit einigen Tagen befindet sich auch ein sehr aggressiver Leopard im Einzelgehege. Ein wunderschönes Tier, aber wehe, man kommt dem Zaun zu nahe. Er macht einen Riesensatz auf uns zu, faucht fürchterlich und versucht, sich unter dem Zaun hindurch zu buddeln.Zum Glück gelingt ihm das nicht.

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Wir verbringen eine ruhige Nacht im Camp, und machen uns am nächsten Tag wie immer als letzte auf den Weg. Die Touris hier sind allesamt Frühaufstehen, die meisten haben um 6 Uhr morgens schon ihre Dachzelte abgebaut und tuckern dann los. Ob die alle keine Zeit haben???

Ethosha Nationalpark

Die nächsten drei Tage verbringen wir im berühmten Etosha-Nationalpark im Norden Namibias. Hier - auf dem riesigen Gelände rund um die Etosha-Salzpfanne - soll es ganz ganz viele Tiere zu sehen geben. Elefanten, Löwen, Zebras, Giraffen, Gnus, Nashörner und so weiter sollen laut Reiseführer abends um einen Platz an den Wasserlöchern der riesigen Touristen-Camps buhlen. Wir sind gespannt. Am späten Nachmittag fahren wir in den Park hinein, sichern uns einen Standplatz für den Unimog im Camp, schlingen unser eilig gegrilltes Abendessen hinunter und machen uns auf den Weg zum hell erleuchteten Wasserloch. Es herrscht Grabesstille dort - die Touris unterhalten sich im Flüsterton und warten - ja auf was denn??? Es ist weit und breit kein Tier zu sehen und zu hören, ausser den fetten Nachtfaltern und Grillen, die zu hunderten die Scheinwerfer des Wasserlochs umflattern. Ben hustet ein paar Mal und erntet vorwurfsvolle Blicke der andächtig Wartenden. Mir wird das ganze schnell zu doof und ich mache mich auf den Weg ins Bett. Warum sollten die Tiere wohl hier ans Wasserloch kommen, wo es doch die letzten Tage öfter ausgiebig in der Gegend geregnet hat und im Park genügend Pfützen mit Wasser gefüllt sind? Wäre ich ein Tier, würde ich da auch lieber unbeobachtet trinken....

Bei unseren Rundfahrten tagsüber durch den Park sehen wir dann aber doch noch einige der ganz Großen. Am besten gefallen mir immer noch die Giraffen, die sehen sowohl beim Trinken als auch beim Weglaufen immer sehr lustig aus. Nur die Nashörner wollen sich uns nicht zeigen. Wahrscheinlich sind die inzwischen doch alle erlegt und nach China gebracht worden. Die Asiaten sollen ja wie verrückt hinter dem Horn des Nashorns her sein, weil das angeblich noch größere Wunder als Viagra bewirken soll. Nein, Spaß beiseite, das ist wirklich kein Thema, über das man sich lustig machen sollte. Die Nashorn-Wilderei ist hier wirklich ein großes Problem und man kann nur hoffen, dass diesen Wilderern das Leben schwer gemacht wird.

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Während meine 2 Männer mit ihren Fotoapparaten bewaffnet auf dem Unimogdach die Tiere beobachten, merke ich immer wieder, dass es mir wesentlich mehr Spass macht, die ankommenden Touri-Busse mit den lustig gekleideten Safari-Männchen und Weibchen an Bord zu beobachten. Wenn die in den grünen Bussen ankommen und 50 Kameras aus den Fenstern gehalten werden,, erinnert mich das manchmal an die Gefangenen -Transporte auf der A5 in der Nähe des Darmstädter Knastes. Die sehen auch so aus, wenn sie einen Ausflug machen dürfen (nur ohne die Kameras). Das ist besser als alles, was man in Tommy Jauds Bestseller ‘Hummeldumm’ zu hören bzw. zu lesen bekommt. Bahe ist hier wirklich überall präsent.

m_IMG_6101Bahe und seine Truppe...

Wir durchfahren den Park von Westen nach Osten und verlassen ihn am 3. Tag wieder. Wir wollen zum Waterberg-Nationalpark weiterfahren, um uns etwas die Beine zu vertreten. Es soll dort einige schöne Wanderungen geben, die man zum Hochplateau unternehmen kann. Nach all den Tagen der Sitzerei im Unimog brauchen wir Bewegung.

Tsumeb

Vorher aber bleiben wir noch 2 Tage auf dem Campingplatz ‘Kupferquelle’ in der Stadt Tsumeb hängen, um ein paar losgerüttelte Schrauben am Unimog festzudrehen, einzukaufen und ein paar Bahnen im Riesenpool des Campingplatzes zu drehen. Hier in dieser Stadt ist mal wieder alles deutsch. Eine Gruppe von 10-12 jährigen deutschen Jungs feiert gerade Kindergeburtstag am Pool - Ben wäre gerne zum Spielen hin, traut sich dann aber doch nicht so richtig. Er leidet etwas darunter, dass das Durchschnittsalter der Reisenden hier weit über unserem Alter liegt. Und im Gegensatz zu Südamerika sind wir noch auf keinem Campingplatz Reisenden mit Kindern begegnet. Wir hoffen sehr für uns und ihn, dass sich das bald ändert.

Waterberg-Plateau

Auf dem Weg zum Waterberg machen wir eine kurze Rast bei einer Krokodilfarm und schauen uns die zarten Tierchen an. 14.000 Krokodile gibt es auf dieser Farm, alle nur gezüchtet, um zu Gürteln, Taschen, Schuhen und Steaks verarbeitet zu werden. Ben hat am meisten Spass mit den Schildkröten, die dort auf dem Geländer herumlaufen. Wir fahren natürlich erst weiter, nachdem wir einen kleinen Krokodilsnack zu uns genommen haben. Probieren mussten wir das mal. Allerdings - hätten wir nicht gewusst, dass es sich um Krokodilfleisch handelt, wäre es doch glatt auch als etwas zähes Hühnchenfleisch durchgegangen.

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Abends erreichen wir den Nationalpark. Außer uns sind noch 2 weitere Paare auf dem Campingplatz, es ist sehr ruhig und schön. Wir schlafen mal wieder aus, und machen uns am frühen Nachmittag auf den Weg zum Plateau. Das Waterberg ist ein ca. 40 km langes Hochplateau, mit schönen Sandsteinformationen, die vor allem am Abend in der untergehenden Sonne sehr schön leuchten. Leider ist es bei uns etwas bewölkt, sodass die Farbvarianten nicht allzu üppig ausfallen. Trotzdem gefällt es uns sehr gut hier und auch die kleine Wanderung hat uns allen dreien gut getan.

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m_IMG_6212Warzenschwein Besuch im Camp

Windhoek

Die Fahrt vom Waterberg nach Windhoek geht immer geradeaus auf geteerter Straße - das einzig spannende ist ein übler Regenguss, der kurz vor Windhoek einsetzt und uns nahezu die ganze Sicht nimmt. Es ist fast egal, ob die Scheibenwischer ein- oder ausgeschaltet sind. In Windhoek quartieren wir uns in der Arrebusch-Camping-Lodge ein. Es ist rappelvoll dort und wir gehen erst mal ins Restaurant. Zu Bens Freude sind dort einige Kinder am rumtollen und tatsächlich - nachdem die erste Schüchternheit überwunden ist - hat er bald einen kleinen Freund gefunden. Er heisst Pascal, spricht deutsch und wohnt nur ein paar Meter entfernt vom Campingplatz. Die beiden verabreden sich für den nächsten Tag zum Spielen Pünktlich um halb elf klingelt mein Handy und Pascal fragt an, ob Ben denn zu ihm zum Spielen kommen könne. Da wir auch eine Verabredung zum Mittagessen mit Jochen und seiner Frau Antje haben (Götz kennt Jochen nur über das Unimog-Forum), liefern wir Ben bei Pascal und seiner Mutter ab. So haben wir alle einen sehr unterhaltsamen Tag. Antje und Jochen bewirten uns köstlich mit Gegrilltem und wir erhalten wertvolle Reisetips von den Beiden. Natürlich ändert sich auch prompt wieder unser ‘Plan’, jetzt als nächstes nach Südafrika zu fahren. Da in wenigen Tagen die Sommerferien dort beginnen, sind alle Namibier und Südafrikaner mit Campingfahrzeugen unterwegs und es ist nahezu unmöglich, noch irgendwo einen Platz zu bekommen. Da wir keine Lust auf Massentourismus haben, lassen wir uns ganz schnell überzeugen, dass es besser sei trotz beginnender Regenzeit in den Norden zu fahren. Jochen holt uns am Montag morgen mit seinem Wagen am Campingplatz ab, da wir noch ein paar Reservekanister und diverses Kleinzeug besorgen wollen. Er fährt uns kreuz und quer durch die Stadt, bis wir alles haben. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle nochmal für die Gastfreundschaft, liebe Antje,, lieber Jochen und natürlich auch Pascal mit seiner Mama Birgit.

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Ben und Pascal - für einen ganzen Tag lang unzertrennlich

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1. Adventsfrühstück im Freien... dank Stefanies Care-Paket auch mit echten Kerzen !!!

Morgen gehts also los in Richtung Caprivi-Streifen und dann nach Sambia.

Windhoek - Waterberg - Caprivi Streifen

Voller Erwartung machen wir uns erneut auf den Weg nach Norden zum Caprivi-Streifen. Dort soll es massenhaft Tiere zu sehen geben. Von vielen Leuten haben wir schon gehärt, daß man dort vor lauter Elefanten auf der Straße kaum fahren kann. Also dann nichts wie hin. Mit einem ersten Zwischenstop auf einer wunderschönen Farm mit Blick auf den Waterberg in der Ferne kommen wir unserem Ziel näher.

m_IMG_6275Farm mit eigener lagune - wunderschön

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Eine tolle Schotterpiste führt am nächsten Morgen wieder am Waterberg-Plateau  vorbei bis zum zweiten Zwischenstop in Roys Camp, wo wir mal wieder auf ein paar Globetrotter aus Windhoek mit Besuch aus Deutschland treffen. Ein netter Plausch und gute Tips von Jutta und Udo mit ihrem schönen Magirus Deutz Reisemobil und ein leckeres Abendessen im urigen Camp-Restaurant lassen den Abend dann schnell vergehen.

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Und siehe da - über Nacht kommt sogar der Nikolaus nach Afrika - zur großen Freude von Ben, der sich schon Gedanken gemacht hat, ob der Nikolaus ihn hier wohl finden wird, um seine Stiefel zu füllen... (auch an dieser Stelle nochmal ein dickes Dankeschön an Stefanie’s Carepaket und an Kirsten und Josef - das Ritterklebebuch ist der absolute Knaller, wie man an dem breiten Grinsen erkennen kann!!)

m_IMG_6307 Nikolaus in Afrika..

In Roys Camp fällt uns ein Flyer über ein ‘Living Museum’ in die Hände. In dem Living Museum leben und arbeiten die hier in der Gegend lebenden San-Buschmänner. Wir sind hin und hergerissen, ob wir uns diese touristische Attraktion antun sollen, aber wir entscheiden uns dafür. Schon allein wegen Ben, dem es die letzten Tage ohne besondere Vorkommnisse etwas langweilig geworden ist. Kurz - wir bereuen es nicht. Wir sind die einzigen Besucher, als wir um die Mittagszeit dort eintreffen. Wir werden sehr freundlich und angenehm empfangen und bekommen eine 3-stündige Einführung in das einfache Leben der Buschmänner. Die Männer zeigen uns, wie sie töpfern, Felle präparieren, Musikinstrumente und Waffen herstellen. Die Frauen bringen uns bei, wie die hübschen Binsenkörbe geflocheten werden und die Hirse zu Mehl verarbeitet wird. Wir bekommen eine Kurzeinführung Kräuterkunde und dann dürfen wir noch einen kleinen Jagd-Rundgang mit den Männern machen. Besonders der letzte Punkt begeistert unseren Kleinen. Mit Pfeil und Bogen bewaffnet wird uns demonstriert, wie die Jagd vonstatten geht und zum Schluß gibt es noch eine ca. halbstündige Trommel- und Tanzvorstellung. Sehr sympathisch - wir haben nie das Gefühl, dass wir hier abgezockt werden - mit großer Geduld und Freude wird uns alles erklärt und präsentiert.. Natürlich kaufen wir auch ein paar Dinge im *Museumsshop*, die Preise sind aber so fair, dass wir auch hier ohne grosses Verhandeln ein paar Dinge mitnehmen.

m_IMG_6314hier werden die Jagdwaffen hergestellt

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Binsenflechterei - der Korb ist jetzt unser Brotkorb

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schöne Klänge auf Bläsiinstrument

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und zum Abschied ein paar Tänze

Wir fahren noch weiter bis kurz hinter Rundu - im Shamvura Camp finden wir 2 Tage Ruhe direkt am Okavango-Fluß. Vom Sundowner Deck genießen wir den Blick über den Okavango, der hier die Grenze zwischen Namibia und Angola bildet. Ben macht Bekanntschaft mit dem zum Haus gehörenden Ziegenbock, der ihn kurz mal auf die Hörner nimmt. Danach macht unser Sohn nur noch einen großen Bogen um den Bock und lässt das Ärgern sein ;-) !

Tja und dann endlich durchfahren wir den tierreichen Caprivi-Streifen. bRiesengroße Schilder warnen uns alle 10 Km vor den Elefanten, Hyänen und sonstigem Getier. Götz hat den rechten Fuß schon immer bremsbereit.... aber - nichts?! Stundenlang fahren wir - mit einem Extra-Bogen unten rum - diese tolle Strecke und ... sehen kein einziges Lebewesen auf 4 Beinen. Aber die Schilder sind doch da:

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Wir sind uns nicht sicher, ob diese Schilder wohl aus alten Tagen stammen, bevor die Neuzeit auch hier Einzug gehalten hat und mit Elefant jetzt diese Version von Dickhäuter gemeint sein könnte. Tierische Namen tragen diese Maschinen ja auch.. Kilometerweit begleiten uns diese Viecher, da die Straße gerade komplett neu gemacht wrd:

m_IMG_6382Planierraupen und Straßenwalzen,

die Elefanten der Neuzeit ???

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Ziemlich enttäuscht düsen wir nun Richtung Sambia. Wir wollen endlich nach Afrika zu den wilden Tieren ;-) !

 

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